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Team mit Maske kl

Team Kita Adlershof

22.02.2021 | Die DASI-Kita Adlershof ist eine von zwei Kindertagesstätten der DASI Berlin. Beide Kitas liegen im grünen Südosten der Stadt. In diesem Bericht erzählt die Leitung der Kita Adlershof, wie sie und ihr Team die Schließungen und die hohen Auflagen durch den Berliner Senat bedingt durch Corona gemeistert haben.

Wie so viele traf der Lockdown im März auf Grund der steigenden Corona-Infektionen in Deutschland auch die DASI-Kindergärten plötzlich und unerwartet. Von heute auf morgen waren die beiden Einrichtung für Ihre fast zweihundert Kinder nicht mehr zugänglich. Für das Team war die Zeit zwischen März und Juni eine intensive und lehrreiche Phase. Der Berliner Senat stellte gefühlt wöchentlich die Bedingungen für den Notbetrieb um, meist waren diese in wenigen Tagen umzusetzen. Vom ganzen Team wurde viel Organisationstalent und viel Einsatz gefordert.

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Kristin Löhnert, Leitung Kita Adlershof

Kristin Löhnert, die Leitung der DASI Kita Adlershof, schaut auf das Frühjahr zurück und sagt: „Es war eine absolut belastende Zeit, aber ich bin stolz darauf, wie wir das als Team gemeistert haben. Und ich schaue mit Zuversicht auf den Herbst und Winter. Wir packen das.“ Kristin Löhnert leitet die Kita seit nun sechs Jahren. Zusammen mit der Leitung der zweiten DASI-Kita Friedrichshagen, Stephanie Kramer, haben sie die Kitas in den letzten Jahren umstrukturiert und viele neue Prozesse angestoßen.

Für dieses Jahr hatten sich die Leitungen einiges vorgenommen. Nach längeren Überlegungen legten beide Kitas ihre alten Namen – Knirpsen- bzw. Zwergenland – ab. Der Wunsch nach einer Namensänderung wuchs auch aus einem Haltungswechsel heraus. Der pädagogische Blick aufs Kind hat sich in den letzten Jahren stark verändert. „Wir sehen die Begriffe Zwerge oder Knirpse inzwischen sehr kritisch“, sagt Kristin Löhnert, „und sie haben nichts mit unserer Pädagogik, wie wir sie leben, zu tun. Für uns sind die Kinder keine Miniaturen. Sie sind heranwachsende Menschen, die wir befähigen wollen, selbstbewusste, soziale und selbstständige Persönlichkeiten zu werden. Und dabei sind die Kinder in ihren Belangen gleichberechtigte Partner.“

Das offene Konzept und der Ansatz der partizipativen und demokratischen Beteiligung der Kinder an fast allen sie betreffenden Bereichen, bildet ein starkes Kontrastprogramm, zu dem früher komplett durchstrukturierten Kitaalltag. Das alles trägt das Team, welches viele dieser Prozesse nicht nur angestoßen, sondern auch selber ausgestaltet hat. So ist der Wunsch offen zu arbeiten in den Mitarbeiter*innen gewachsen. Die sich dann mit dem Thema intensiv in Weiterbildungen auseinandergesetzt und gemeinsam ein Konzept entwickelt haben.

„Ich denke, wir haben dieses Frühjahr auch deshalb so gut überstanden“, stellt Kristin Löhnert fest, „weil wir so ein gutes zusammengewachsenes Team sind.“ Die Stimmung unter den Kolleg*innen war auch in der ersten Hochphase der Pandemie motiviert und diszipliniert. Jeder gab rein, was sie*er in dieser Situation konnte, und die unterschiedlichen Belastungsgrade in so einer Notsituation wurden von den Kolleg*innen gemeinschaftlich aufgefangen.“

Kurze Zeit nach der Vollschließung im März, durfte die Kita für einzelne Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufen, wieder öffnen. Dies waren z.B. Kinder mit Eltern, die im medizinischen Bereich arbeiten. Trotz der möglichen Gefährdung durch eine Infektion, waren so gut wie alle Erzieher*innen da, um die Kinder aufzunehmen und zu betreuen. Dafür musste der ganze Kitaalltag umgestellt und an die strengen Vorgaben des Senats angepasst werden. Gemeinsam fand das Team Lösungen, um den Kindern ein Stück normalen Kita-Alltag bieten zu können.

Auch wenn inzwischen alle Kinder in die Kita zurückgekehrt sind, fehlt auch weiterhin ein großes Stück Normalität. Die DASI-Kindergärten bilden eine Gemeinschaft von Fachkräften, den Kindern und deren Eltern. Im normalen Kita-Jahreskalender stehen viele gemeinsame Aktionstage mit den Eltern. Gemeinsam wurden Feste gefeiert, Flohmärkte organsiert und im Herbst der große Garten aufgeräumt und winterfest gemacht. Die Eltern sind der wichtigste Teil für die Entwicklung der Kinder – auch für den Kitaalltag. Nur müssen die Eltern seit März draußen bleiben. Ein täglicher Austausch zwischen Kitaerzieher*in und Elternteil bei Abholung ist derzeit nicht möglich. Das kompliziert und verwischt ganz normale Austauschdialoge, die für das Verständnis beider Seiten unerlässlich sind. Was vorher selbstverständlich nebenbei lief, braucht nun Organisationsaufwand, ist durch die zeitliche Versetzung und den teilweise nicht mehr direkten Kontakt, konfliktbelasteter. Hier sensibel auch auf die Befindlichkeiten der Eltern einzugehen, braucht eine starke Teamstruktur. Die Frustrationen der Eltern müssen aufgefangen werden, ohne das Team zu belasten oder eine Mauer zwischen Eltern und Kita aufkommen zu lassen.

„Teamentwicklung war und ist einer unser größten Schwerpunkte“, erklärt Kristin Löhnert, „seit sechs Jahren arbeiten wir hier intensiv zusammen. Verbringen Zeit miteinander und pflegen ein offenes Verhältnis auf Augenhöhe, indem jeder seine Problemlagen ansprechen kann.“ Neben der regelmäßigen Supervision und der Qualitätsarbeit, den gemeinsamen Unternehmungen, machen die Kolleg*innen regelmäßig zusammen Weiterbildungen, um ihre Arbeit qualitativ weiterzubringen und neue Impulse zu bekommen. Themen gibt es hier viele. Im Zentrum stehen oft die pädagogischen Wege, um die Kinder in ihrer Individualität zu bestärken. Diese Tage werden aber auch intensiv und von allen Beteiligten aktiv genutzt, um miteinander im Austausch zu bleiben.

Worüber sich Kristin Löhnert besonders freut, ist, dass ihre Kolleg*innen der Einrichtung die Treue halten und es in ihrer Kita keine hohe Fluktuation der Mitarbeitenden gibt, wie in vielen anderen Berliner Kitas. „Meine Kolleg*innen und ich sind ein Team, das haben die letzten Monate deutlich gezeigt. Ohne diesen Zusammenhalt zwischen uns, wäre unsere Kita nicht das, was sie ist: Ein Ort, wo nicht nur die Kinder einen Raum haben zum Wachsen, sondern wir Erwachsenen auch. Wir vertrauen darauf, dass wir als Team auch in diesem Herbst und Winter die Herausforderungen überwinden und irgendwann unser Alltag in seine Normalität zurückkehrt.“

 

lg