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Zwischen Einkaufszettel und Alltag – Teilhabe im Alltag praktisch gestalten

Unsere Kollegin Bianca Todzy vom ABEW begleitet Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung in ihrem Alltag. „Teilhabe ermöglichen“ ist dabei ein grundlegende Aufgabe der Zusammenarbeit. Hier erzählt sie, wie das genau aussehen kann: Eine Klientin braucht Möbel und andere Bedarfe aus einem Möbelhaus. Für viele eine kleine Alltagsaufgabe – für andere eine Herausforderung, die leicht in Überforderung umkippen kann. Damit das nicht passiert, planen Bianca Todzy und ihre Klientin die einzelnen Schritte sorgsam.

Seit ein paar Terminen haben wir den Besuch ins Möbelhaus vorbereitet. Gemeinsam gemessen, was in die Wohnung passt, besprochen was gebraucht wird, eine Liste gemacht. Regale, größere Boxen für Bastelmaterial und Kreativkram. Das klingt simpel, ist aber für sich allein erstmal eine ganze Aufgabe: Was brauche ich wirklich? Was passt wo hin? Was kostet das ungefähr? Daran haben wir gearbeitet, bevor wir überhaupt losgefahren sind.

Im Möbelhaus selbst dann: viele Menschen, viel Lärm, viele Entscheidungen auf einmal. Genau der Typ Situation, in der Orientierung schnell verloren geht. Wir sind das ruhig angegangen, haben uns nicht treiben lassen. Die App des Möbelhauses haben wir genutzt um Artikel direkt einzuscannen, damit an der Kasse nichts nochmal ausgepackt werden muss. Das haben wir zusammen rausgefunden und es hat richtig Spaß gemacht.

Dann war plötzlich unser Einkaufswagen weg. Kurze Aufregung. Ich habe überlegt: mir ist das selbst schon passiert, im Eifer des Gefechts den falschen Wagen mitzunehmen. Also sind wir auf die Jagd gegangen. Und genau das war es: Jemand hatte ihn verwechselt und weitergeschoben. Wir mussten alle drei herzhaft lachen. Solche Momente sind wichtig, weil sie zeigen: das passiert jedem, das hat nichts mit Beeinträchtigung zu tun.

Danach Restaurant. Eine Pause die auch dazu gehört, weil ein solcher Tag mit allem was er fordert, anstrengend ist.

Zurück in der Wohnung haben wir gemeinsam das Auto ausgeräumt und alles reingetragen. Das war für heute erstmal genug. Die Sachen stehen, der Kauf ist gemacht, aber die eigentliche Arbeit fängt jetzt erst an. In den nächsten Terminen geht es darum, alles an seinen richtigen Platz zu bringen. Regale aufbauen, Löcher bohren, Dübel setzen, schauen was wohin kommt und warum. Das machen wir gemeinsam und Schritt für Schritt, weil genau das der Punkt ist: nicht erledigen für jemanden, sondern zusammen herausfinden wie es geht.

Am Ende stand ein geplanter Kauf der tatsächlich umgesetzt wurde und ein Tag der funktioniert hat. Nicht weil es einfach war, sondern weil wir es gut vorbereitet hatten. Und das nächste Kapitel liegt schon bereit, in Kartons, an der Wand.